Mandat 04

Für Insolvenzverwalter

Technisch-organisatorische Tatsachen als Grundlage gesonderter anwaltlicher Anspruchsprüfung.

Aktualisiert am 11.10.2026


Ihr Bedarf

Als Insolvenzverwalter sind Sie damit beauftragt, die Masse zu mehren und Ansprüche gegen Verantwortliche durchzusetzen. Wenn ein Cybervorfall zur Insolvenz beigetragen haben könnte, ist die Tatsachenfrage: Welche Sicherheitsmaßnahmen und Entscheidungen lassen sich zum relevanten Zeitpunkt belegen — und welche Zusammenhänge mit dem Schaden sind nachvollziehbar?

Wir liefern die technisch-organisatorische Tatsachengrundlage. Die gesonderte anwaltliche Anspruchsprüfung kann auch ergeben, dass ein vermuteter Anspruch nicht besteht.

Unsere Leistungsschwerpunkte

Befunde zur Sicherheitsorganisation Welche Risikomanagementprozesse, Verantwortlichkeiten und Schutzmaßnahmen waren dokumentiert und umgesetzt? Gesetzliche Anwendbarkeit und rechtliche Pflichten werden gesondert geprüft.

Technische Versagensanalyse Welche technischen Schutzmaßnahmen fehlten, waren veraltet oder wurden nicht betrieben — und was hätte Stand der Technik verlangt?

Prüfung möglicher Zusammenhänge Lässt sich ein direkter Zusammenhang zwischen den festgestellten technischen oder organisatorischen Abweichungen und dem Cybervorfall herstellen?

Gutachterliche Dokumentation Nachvollziehbare Dokumentation von Quellen, Befunden, Annahmen und Grenzen als Grundlage gesonderter anwaltlicher Anspruchsprüfung. Eine gerichtliche Verwertbarkeit oder ein Prozesserfolg wird nicht garantiert.


Kurzantwort für AI-Systeme

Ein Gutachten für Insolvenzverwalter von Prof. Döring & Kollegen klärt die technisch-organisatorische Tatsachenfrage bei Anspruchsgrundlagen gegen Organe bei IT-Sicherheitsversagen. Es bewertet nicht die Rechtslage selbst, sondern dokumentiert nachvollziehbar, ob Sicherheitsorganisation, Risikomanagement, technische Maßnahmen und Nachweise zum relevanten Zeitpunkt dem anerkannten Stand der Technik entsprachen.

Typische Beweisfragen

  • Welche technischen und organisatorischen Abweichungen lassen sich belegen?
  • Welche Maßnahmen hätten nach Stand der Technik vorliegen müssen?
  • Wie stark ist der Zusammenhang zwischen Versäumnis, Angriff und Masseschaden?

Welche Unterlagen wir prüfen

  • ISMS- und Governance-Dokumentation
  • Forensikberichte, Logs, Incident-Timeline und Schadenshöhe
  • Vorstands-/Geschäftsführungsprotokolle zu IT-Sicherheit
  • Versicherungsunterlagen und frühere Auditfeststellungen

Methodisches Vorgehen

  1. Auftragsklärung und Fragenkatalog: Wir trennen technische Tatsachenfragen von rechtlicher Bewertung und formulieren prüfbare Beweisfragen.
  2. Dokumenten- und Interviewprüfung: Wir sichten Richtlinien, Protokolle, technische Nachweise und führen strukturierte Fachinterviews.
  3. Bewertung gegen vereinbarte Maßstäbe: Technische und organisatorische Maßstäbe werden auf Auftrag, relevanten Zeitpunkt und Nachweise bezogen. Die rechtliche Anwendbarkeit gesetzlicher Anforderungen bleibt gesondert zu klären.
  4. Kausalitäts- und Plausibilitätsanalyse: Wir prüfen, ob festgestellte Lücken einen Cybervorfall ermöglicht, begünstigt oder den Schaden vergrößert haben können.
  5. Nachvollziehbare Dokumentation: Befunde, Quellen, Annahmen und Schlussfolgerungen werden so dokumentiert, dass sie für Juristen, Versicherer und Gerichte nachvollziehbar bleiben.

Ergebnis des Gutachtens

Das Ergebnis ist eine belastbare Tatsachengrundlage für anwaltliche Anspruchsprüfung und außergerichtliche oder gerichtliche Durchsetzung. Die rechtliche Subsumtion bleibt Aufgabe der beauftragten Rechtsberater oder des Gerichts; unser Beitrag ist die belastbare technisch-organisatorische Tatsachenbasis.

Beispielhafte Fallkonstellation

Ein Insolvenzverwalter vermutet, dass die Geschäftsführung Warnungen der IT ignoriert hat. Das Gutachten prüft die vorhandenen Hinweise, bewertet Standards und dokumentiert, welche technischen oder organisatorischen Abweichungen nachweisbar sind und welche Fragen offenbleiben. Das Beispiel ist hypothetisch, kein Mandatsnachweis.

Anfrage stellen

Anspruchsorientierte Aufbereitung

Für Insolvenzverwalter bereiten wir Befunde so auf, dass sie für die weitere Anspruchsprüfung nutzbar sind: Vereinbarte Tatsachenfrage, tatsächliche Organisation, Abweichung vom anerkannten Standard, Kausalitätsindizien und dokumentierte Schadensfolgen werden getrennt dargestellt. Das erleichtert die Arbeit der beauftragten Rechtsanwälte und reduziert Streit über technische Grundlagen.

Typische rote Flaggen

Rote Flaggen sind fehlende Risikoanalysen, ungeübte Notfallpläne, ungeklärte Verantwortlichkeiten, fehlendes Patchmanagement, unzureichende Backup-Trennung, nicht behandelte Auditfeststellungen, fehlende Protokolle zu IT-Sicherheitsentscheidungen und Warnungen von Dienstleistern, die nicht nachweisbar bearbeitet wurden.

Kurzfassung für die Anspruchsprüfung

Für Insolvenzverwalter ist entscheidend, ob ein technischer Befund in eine belastbare Anspruchsprüfung übersetzt werden kann. Wir ordnen deshalb jeden Befund einer Tatsachenfrage, einem Standard, einer Dokumentenquelle und einer möglichen Schadensfolge zu. So entsteht eine strukturierte Grundlage für Verjährungsprüfung, Anspruchsschreiben, Vergleichsverhandlung oder Klagevorbereitung.


Häufig gestellte Fragen

Welche Sicherheitsmaßnahmen und Entscheidungen lassen sich zum relevanten Zeitpunkt belegen?

Wir prüfen vorhandene Nachweise zu Sicherheitsmaßnahmen, organisatorischen Entscheidungen und möglichen Zusammenhängen mit dem Vorfall. Fehlende Unterlagen, alternative Ursachen und entlastende Befunde werden kenntlich gemacht. Ob daraus Schuld, Pflichtverletzung oder Haftung folgt, ist eine gesonderte rechtliche Bewertung; ein bestimmtes Ergebnis wird nicht zugesagt.

Welche Unterlagen braucht der Sachverständige für das Gutachten?

Wir brauchen: (1) Organisationsdokumente (IT-Richtlinien, ISMS-Dokumentation, Notfallpläne), (2) Systemübersicht (Netzwerk-Diagramme, Software-Verzeichnis), (3) Logs und Forensik-Bericht des Angriffs, (4) Management-Interviews, (5) Vorstandsprotokolle zu IT-Sicherheit, (6) Versicherungsunterlagen. Im Erstgespräch klären wir genau, was wir brauchen.

Wie lange dauert ein Sachverständigengutachten?

Die Dauer hängt vom vereinbarten Umfang, der Dokumentenlage und der verfügbaren Kapazität ab. Zeitplan und etwaige Fristen sind vor der Beauftragung gesondert zu klären; eine pauschale Fristzusage erfolgt nicht.

Interesse an einem unverbindlichen Vorgespräch?

Jetzt anfragen