Für Insolvenzgerichte
Sachverständige Tatsachenklärung zur Organhaftung nach Cybervorfällen.
Aktualisiert am 26.09.2026
Ihr Bedarf
Wenn ein Cybervorfall im Zusammenhang mit der Insolvenz eines Unternehmens untersucht wird, braucht das Gericht eine nachvollziehbare Tatsachenbasis: Welche Sicherheitsmaßnahmen bestanden zum Vorfallszeitpunkt? Welche Lücken sind belegt? Welche Zusammenhänge zwischen dem technischen Ablauf und den eingetretenen Schäden lassen sich untersuchen?
Unser Beitrag ist die technische und organisatorische Tatsachenklärung. Die rechtliche Einordnung der Pflichten und möglicher Haftungsfolgen bleibt davon getrennt.
Unsere Leistungsschwerpunkte
Prüfung der organisatorischen NIS2-Compliance Welche Governance-Strukturen, Risikomanagementprozesse und Notfallmaßnahmen waren zum relevanten Zeitpunkt vorhanden und nachweisbar?
Technische Lageeinschätzung Waren die eingesetzten technischen Schutzmaßnahmen zum Vorfallszeitpunkt dem Stand der Technik entsprechend?
Bewertung der Organpflichten Entsprach die Steuerung der IT-Sicherheit durch die Geschäftsführung den gesetzlichen und branchenspezifischen Standards?
Kausalitätseinschätzung Lagen systematische Versäumnisse vor, die den Cybervorfall kausal begünstigt haben?
Gutachterliche Stellungnahmen Zur Grundlage persönlicher Haftung nach § 43 GmbHG, § 93 AktG — wir klären die Tatsachen, Ihre Juristen ziehen die rechtlichen Schlüsse.
Typische Beweisfragen
- War das Informationssicherheitsmanagement mangelhaft?
- Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen fehlten?
- War der Cybervorfall für Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung kausal relevant?
Welche Unterlagen wir prüfen
- Gerichtlicher Beweisbeschluss und Fragenkatalog
- Forensikberichte, Logs und Schadensdokumentation
- ISMS-Unterlagen, Sicherheitsrichtlinien und Auditberichte
- Organisations-, Budget- und Entscheidungsunterlagen
Beweisfragen und Untersuchungsgrenzen im Insolvenzverfahren
Bei einem Cybervorfall im Umfeld einer Insolvenz sind mehrere Zusammenhänge auseinanderzuhalten: Wie gelang der Zugriff auf die Systeme? Welche Betriebsabläufe fielen aus? Welche Maßnahmen beeinflussten die Dauer der Unterbrechung? Und welche wirtschaftlichen Entwicklungen bestanden bereits unabhängig vom Angriff?
Ein technisch-organisatorisches Gutachten darf diese Ebenen nicht zu einer einzigen Ursache verkürzen. Ausgangspunkt ist der konkrete gerichtliche Fragenkatalog. Der Untersuchungszeitraum und die verfügbaren Daten bestimmen, welche Aussagen sich dazu treffen lassen.
Beispiel einer eingegrenzten Untersuchungsfrage
Statt pauschal zu fragen, ob der Cyberangriff die Insolvenz verursacht hat, lässt sich zunächst ein Teilzusammenhang untersuchen: Welche dokumentierten technischen Hindernisse verzögerten den Wiederanlauf eines bestimmten Systems nach dem Angriff?
Dafür werden Vorfallszeitpunkte, Wiederherstellungsprotokolle und Abhängigkeiten des betroffenen Betriebsablaufs zusammengeführt. Fehlende Protokolle oder abweichende Zeitangaben werden kenntlich gemacht. Die technische Untersuchung allein beantwortet damit noch nicht sämtliche wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen zur Insolvenz.
Was das Ergebnis unterscheidbar machen muss
Das Ergebnis trennt gesicherte Tatsachen, fachliche Schlussfolgerungen und offene Fragen. Eine nicht belegbare Behauptung wird nicht durch eine scheinbar genaue Aussage ersetzt. Ob zusätzliche wirtschaftliche Expertise erforderlich ist, hängt vom gerichtlichen Auftrag ab; die rechtliche Würdigung bleibt dem Gericht vorbehalten.
Den übergreifenden Umgang mit Quellen und Bewertungsmaßstäben erläutern wir unter Gutachten und Methodik.
Ergebnis des Gutachtens
Das Ergebnis ist eine klare Trennung zwischen Tatsachenfeststellung, technischer Bewertung und juristischer Würdigung, damit das Gericht die Haftungsfrage belastbar einordnen kann. Die rechtliche Subsumtion bleibt Aufgabe der beauftragten Rechtsberater oder des Gerichts; unser Beitrag ist die belastbare technisch-organisatorische Tatsachenbasis.
Beispielhafte Fallkonstellation
Ein Unternehmen wird nach einem Ransomware-Angriff insolvent. Das Gericht muss wissen, ob der Angriff durch pflichtwidrig schwache IT-Sicherheit begünstigt wurde. Das Gutachten ordnet Befunde, Standards und Kausalität nachvollziehbar.
Häufig gestellte Fragen
Welche Anforderungen stellt ein Insolvenzgericht an ein Sachverständigengutachten?
Wie wird ein Sachverständiger zur Cyberhaftung bestellt?
Was ist die Kausalitätsfrage und wie wird sie beantwortet?
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Wie wird ein Sachverständiger zur Cyberhaftung bestellt?
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